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Seitenansicht Hegestraße

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Das Baudenkmal

Vom Abrissobjekt zum Kulturdenkmal

Lange hat es gedauert, bis sich die Einstellung der Gesellschaft zu ihrem baukulturellen Erbe grundlegend änderte. Altbauten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind heute sehr gefragte „Objekte“.

Stellen Sie sich vor, Anfang der 1970er Jahre war der Abriss des Eckgebäudes Hayn- /Hegestraße schon beschlossene Sache. Die Abrissgenehmigung des Bezirksamtes lag vor. Der neue Eigentümer wollte den „alten Kasten“ weghaben, um mit einer wesentlich größeren Wohnfläche Profit machen zu können. Diese Rechnung wäre fast aufgegangen, hätte nicht die studentische Bewohnerschaft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, dieses Vorhaben verhindert.

Heute ist das Haus als Zeuge seiner Zeit und besonders schützenswertes Objekt von der Kulturbehörde in die Liste der Hamburger Baudenkmale aufgenommen worden. Laut Denkmalschutzamt ist der Gebäudekomplex in der Formensprache des Jugendstils ein außergewöhnliches Beispiel für die gehobene Wohnkultur kurz nach 1900. Es ist eines von wenigen Häusern, das in seinem Äußeren wie im Innern in weiten Teilen noch im Originalzustand erhalten ist.

Doch der Zahn der Zeit nagt an Struktur und Materialien. Die konstruktiven Lösungen der vorletzten Jahrhundertwende zeigen heute ihre Schwächen. An vielen alten Häusern sind rostende Stahlträger, zerfressener Sandstein und gerissene Putzflächen deutliche Zeichen des beginnenden Zerfalls.
Auf Grund der jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen wurde nie substanziell in die Häuser investiert. Erst seit die Hausbewohner die Mehrheit in der Eigentümerversammlung stellen, hat sich das geändert.

Die Sanierung der Vorderfront in den Jahren 2007 und 2008 und die der Hinterfront zehn Jahre später, beide denkmalgerecht und mit äußerster Sorgfalt vorgenommen, hatten eine nachhaltige Instandsetzung zum Ziel, die den Detailreichtum und den architektonischen Ausdruck des Hauses bewahren sollte. So präsentiert sich das Haus heute, in alter Pracht wiedererstanden, als gelungenes Beispiel eines verantwortungsvollen Umgangs mit der städtebaulichen Substanz, die von früheren Generationen hinterlassen wurde.

Eine „virtuelle Hausführung“ in Form einer PDF-Datei können Sie sich hier herunterladen (367 KB).

Nachfolgene Galerie zeigt Detailaufnahmen des Hauses: Dekorative Elemente in Kupfer, Holz und Stein (zum Vergrößern bitte Bilder anklicken).

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